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Wann ist eine Wand „glatt“? – Die Qualitätsstufen Q1 bis Q4

Wer schon mal ein Haus renoviert hat weiß, dass glatt nicht immer gleich glatt ist, wenn es um Wände geht. Glatte Wände zu haben, bedeutet je nach Malereibetrieb und Vorgehen eine komplett unterschiedliche Stufe von Glätte.

In diesem Artikel stellen wir von Myster.de euch die vier Qualitätsstufen Q1 bis Q4 vor. Wir erklären euch, was die unterschiedlichen Stufen ausmacht, auf was ihr achten solltet und wofür die verschiedenen Oberflächentypen später gut sind.

Die Qualitätsstufe Q1 – Einfacher Putz

Verputzte Wände mit der Qualitätsstufe Q1 sind einfach Putze, die nach Außen hin nicht den Anspruch haben, eine glatte Wand darzustellen. Ihr optisches Erscheinungsbild ist nicht wichtig, für ihre Funktion. Sie eignen sich vor allem dafür, später mit Paneelen oder Fliesen bedeckt zu werden.

Bei dieser Qualitätsstufe geht es also nicht darum, eine möglichst glatte Wand zu erzeugen. Stattdessen ist die Hauptsache, dass die Putzfläche ausreichend geschlossen ist. Das bedeutet, dass bei Rigipsflächen die Stoßfugen geschlossen sein sollten und das Befestigungsmaterial mit der Spachtelmasse vollständig überdeckt sein muss. Bearbeitungsspuren sind deutlich sichtbar, ebenso wie Schwindrisse oder Fugeneinfall.

Die Qualitätsstufe Q2 – Standard abgezogener Putz

Bei Wänden mit der Qualitätsstufe Q2 handelt es sich um standardmäßig abgezogene Putze mit durchschnittlicher Qualität. Auch hier ist das Optische unwichtig. Zusätzlich zur Grundverspachtelung (wie man sie bei der Qualitätsstufe Q1 hat), findet bei der Qualitätsstufe Q2 ein Nachspachteln der Fugenbereiche statt.

In der Regel werden auf Wände mit der Qualitätsstufe Q2 dekorative Oberputze ab 1,0 mm Stärke aufgetragen. Auch Raufasertapeten mit mittlerer oder grober Struktur und Wandbeläge aus Natur- oder Kunststein, sowie Keramik können angebracht werden.

Glatte Wände sind die Verputzungen mit der Qualitätsstufe Q2 zwar nicht, dafür können matte, füllende Anstriche bereits vorgenommen werden. Die sogenannten Dispersionsanstriche können manuell per Lammfell- oder Strukturrolle aufgetragen werden.

Q2 ist die Standardqualität, wie man sie in den meisten Bauverträgen, Mietwohnungen und Neubauten finden kann.

Die Qualitätsstufe Q3 – Erweiterter abgezogener Putz

In der Qualitätsstufe Q3 ändert sich nicht viel. Auch hier ist die glatte Wand nicht ganz glatt, sondern wurde mit einem abgezogenen Putz fertiggestellt. Zudem ist die optischen Anforderungen bei dieser Qualitätsstufe schon wieder nicht von Wert. Die Fugen bei Gipskartonoberflächen werden breit ausgespachtelt. Dazu sind, um etwas mehr Ebenheit zu erzeugen, Unterputzprofile oder Putzleisten eingesetzt.

Hier kann eine fein strukturierte Wandbekleidung (wie eine reguläre Tapete oder eine sehr feine Raufasertapete) problemlos angebracht werden. Ebenso machbar sind Oberputze auf Gipskartonagen (je nach Untergrund) und matte, strukturierte Anstriche.

Die Qualitätsstufe Q4 – Die glatte Oberfläche

Die höchste Qualitätsstufe (Q4) ist, was jeder definitiv eine glatte Wand nennen würde. Die gesamte Oberfläche ist vollflächig überzogen und geglättet. Die Schichtdicke ist hier dicker als 1,0 mm.

Auf dieser durch und durch glatten Wand ist es kein Problem glatte oder strukturierte Wandbekleidungen mit Glanz anzubringen. Beispiele hierfür sind metallene Überzüge und Vinyltapeten. Zudem ist es möglich Lasuren, Anstriche und Beschichtungen und hochwertige Malerarbeiten durchzuführen.

Wie erkennt man, welche Qualitätsstufe der eigene Wohnraum hat?

Die Putzqualität wird bei Neubauten und Renovierungsarbeiten festgelegt und sollte deshalb aus der Baubeschreibung hervorgehen. Tapezierfähig für Raufasertapete steht dabei in den meisten Fällen für die Qualitätsstufe Q2.

Steht ihr selbst vor der Entscheidung, welche Art von Untergrund ihr für eure Wände möchtet, so solltet ihr mehrere Dinge beachten. Neben den Kosten und den gewünschten Wandverzierungen sollten die Lichtverhältnisse unbedingt berücksichtigt werden. So lassen sich spätere Probleme mit Streiflicht vermeiden.

Unser Team von Myster.de hilft euch gerne dabei, typische Fehler zu vermeiden. So achten die meisten Menschen nicht auf die natürlichen Lichtverhältnisse oder den Unterbau. Gerade für Neubauten ist die Frage, welche Qualität der Untergrund, beziehungsweise die Putzoberfläche hat, eminent. Kann man als neuer Besitzer direkt auf dem Untergrund streichen oder nicht?

Fazit für Qualitätsstufen und glatte Wände

Es hängt davon ab, welche Beschichtung oder Wandverkleidungen ihr auf den Innenputz auftragen wollt. Je nachdem muss der Untergrund dann eine andere Qualitätsanforderung erfüllen. Um also fest sagen zu können, welche Untergrundbeschaffenheit erforderlich ist, muss man eure genauen Vorstellungen vor Augen haben.

Eine glatte Wand ist die Vorstellung, die viele neuen Haus- und Wohnungsbesitzer haben. In den meisten Fällen ist dies jedoch nicht nötig, beziehungsweise zu teuer oder unpraktisch. Denn glatte Wände sind nur selten auch wirklich notwendig. Nämlich nur, wenn jemand etwas anbringen möchte, was auch wirklich eine glatte Wand erfordert. Für Tapeten ist die Standardqualität vollkommen ausreichend.

Bei Fragen zu diesem oder auch anderen Themen, ruft unser Myster Team gerne unter 0800 / 639 9999 an, schreibt uns via WhatsApp oder schickt uns eine E-Mail an [email protected].

Von |2018-12-10T15:09:59+00:0017. Dezember 2018|Myster allgemein, Ratgeber: Wandfarben, Uncategorized|Kommentare deaktiviert für Wann ist eine Wand „glatt“? – Die Qualitätsstufen Q1 bis Q4

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